Matthias Maywald

Aktuelle Gedanken

Kosmos Weltall (Foto: Werner Näf)

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Matthias Maywald,
Wissenschaft kontra Glaube?

Gehören Sie auch zu denen, die davon ausgehen, dass Glaube und Wissenschaft ein Gegensatz sei? Dass mit dem Fortschritt der Wissenschaft der Glaube an (einen) Gott zunehmend überflüssig, ja, widerlegt worden sei?

Wenn man genauer hinschaut, ist dem keineswegs so. Nicht nur dass man diesen "Fortschritt" in Anführungszeichen setzen muss. Ehrliche Wissenschaftler geben zu, dass je mehr wir wissen, desto grösser die Menge dessen wird, was wir nicht wissen. Vor allem aber ist Vieles von dem, was als "bewiesen" angepriesen wird, keineswegs bewiesen, sondern eine – oftmals sogar sehr anfechtbare – Hypothese.

Dies gilt insbesondere für die Evolutionstheorie, die auf Charles Darwin zurückgeht. Diese wird heute von etlichen Wissenschaftlern in Frage gestellt, nicht etwa aufgrund ihres Glaubens, sondern aufgrund von wissenschaftlichen Fakten, die eine Entstehung und Entwicklung des Lebens im Sinne der Evolutionstheorie schlicht unwahrscheinlich machen. Sie halten eine planende Intelligenz für die wissenschaftlich (!) viel wahrscheinlichere Erklärung.

Allerdings werden diese Forscher von ihren Fachkollegen und der Öffentlichkeit ausgegrenzt und als "unwissenschaftlich" diffamiert. Die angeblich objektive Wissenschaft ist eben oft genauso intolerant und dogmatisch wie eine Religion. Das Dogma lautet: in der Wissenschaft darf Gott nicht vorkommen, alles muss natürlich erklärbar sein. So kommt es, dass in den Schul- und Studienbüchern und in den Medien die Evolutionstheorie als einzige wissenschaftliche Erklärung und als feststehendes "Wissen" dargestellt wird.

Oder nehmen wir die Astrophysik. Astrophysiker wissen um die sogenannte "Feinabstimmung" des Universums, d.h. dass gewisse Naturkonstanten derart genau aufeinander abgestimmt sind, dass nur die geringste Abweichung von einem ihrer Werte die Entstehung von Leben im Universum unmöglich gemacht hätte. Dieser Befund ist nur dann nicht erstaunlich, wenn es unendlich viele Universen gäbe. Dann ist natürlich die Wahrscheinlichkeit gegeben, dass eines dieser Universen zufällig eben ein lebensfreundliches ist.

Natürlich ist es möglich, dass es unendlich viele Universen gibt. Aber wie sicher können wir uns dessen sein? Tatsächlich gibt es dafür nicht das geringste Indiz, es ist reine Spekulation. Und was ist nun die wahrscheinlichere Annahme: unendlich viele Universen oder eben doch eine schöpferische Intelligenz? Das zeigt: mit dem Fortschritt an Wissen muss der Glaube an einen Schöpfer keineswegs ad acta gelegt werden – im Gegenteil!

Deshalb halten es auch heute nicht wenige Naturwissenschaftler mit dem berühmten Physiker Werner Heisenberg, der gesagt hat: "Der erste Schluck aus dem Becher der Wissenschaft macht atheistisch. Auf dem Grund des Bechers aber wartet Gott." Will sagen: Wenn man früher Blitz und Donner mit dem Wirken eines Gottes erklärt hat, ist dieser Glaube tatsächlich durch die natürliche, physikalische Erklärung hinfällig geworden. Je tiefer man aber eindringt, insbesondere in die „Geheimnisse“ der Entstehung des Lebens und des Universums, desto näher kann der Schluss auf einen Schöpfer liegen.

Eines ist jedenfalls sicher: auch als Mensch des 21. Jahrhunderts muss man sich keineswegs dafür schämen, an einen Schöpfer-Gott zu glauben. Eher noch für eine allzu naive Wissenschafts-Gläubigkeit.

03.11.22, Matthias Maywald

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